Bevor wir Kanadas Hauptstadt ansteuerten, wollten wir noch ein letztes Mal den Lake Ontario geniessen. Dafür machten wir auf halber Strecke in Kingston Halt. Im charmanten Provinzkaff vertraten wir uns die Beine im kleinen Waterfront-Park und assen beim Italiener gleich neben dem kleinen Marktplatz.

 

Was in Toronto nur anhand der Strassen- und Häusernamen zu erkennen war, sticht in Ottawa gleich beim ersten Stadtbummel überall ins Auge: Der englische Einfluss und die für nordamerikanische Verhältnisse auch enorm viele, historische Backsteingebäude. Die sechstgrösste Stadt Kanadas ist für Europäer vielleicht eher unbekannt. Auch als Königin Viktoria 1857 eine Hauptstadt bestimmen soll, schütteln viele den Kopf, als die Wahl auf Ottawa fällt. Doch auch heute noch erweist sich der Entscheid der Monarchin als weise – ist Ottawa doch quasi gleich neben der Sprachgrenze gelegen und somit die Verbindung zwischen englisch- und französisch-Kanada – ähnlich wie bei uns: Nach Bern kommt ja auch gleich der Röstigraben. 🙂 So steht denn auch ein Big-Ben-Verschnitt auf dem Parliament Hill (sieht nicht nur fast gleich aus, sondern tönt auch gleich).

Uns so passt es auch wunderbar, dass wir im Château Laurier den Afternoon Tea ausprobieren mussten.

Afternoon Tea im Fairmont Château Laurier in Ottawa: Wie es sich gehört mit Tea, Scones und Sandwiches

 

Ein wenig Shopping und gutes Essen durften natürlich auch nicht fehlen. Bei der Schleuse mitten in der Stadt schauten wir gespannt zu, wie Privatboote über rund 6 Stufen in den Ottawa River übergesetzt wurden. In der Nachbarstadt Gatineau (Achtung: Französischsprachiges Gebiet) schauten wir uns eine tolle Parkanlage an und genossen das schöne Wetter.

Wunderschöne Pflanzen-Skulpturen im Park von Gatineau – im Hintergrund ein Inuit.

Nach 2 Tagen Ottawa machten wir uns für unsere letzte Autofahrt nach Montreal bereit. Am Morgen erreichten uns dann die Nachricht, dass Fabians Papi einen Velounfall hatte. Er hatte sicher viele Schutzengel, zog sich allerdings eine Hüftverletzung zu und wird in der Firma für einige Zeit ausfallen. Da nun die Hälfte der Belegschaft fehlte, war für uns klar, dass wir früher aus unseren Ferien zurückkehren würden. Nach einigen Umbuchungen und Stornierungen machten wir uns am Sonntag nach Montreal auf. Nachdem wir unser AirBnB bezogen hatten, brachten wir unseren Ford-Göppel zurück. Er hat uns sicher und zuverlässig von der West- zur Ostseite Kanadas gebracht, und auch wenn er für längere Strecken sicher nicht mehr die erste Wahl wäre, werden wir ihn vermissen.

Anstatt der geplanten 6 Tage, hatten wir nun noch einen ganzen Tag, den wir vor der Heimreise in Montreal verbringen konnten. So flanierten wir etwas durch Vieux-Montreal und kauften noch einige Sachen in der Shoppingstrasse Rue Sainte-Catherine ein. 😉

 

Am 11. September flogen wir von Montreal nach Zürich, wo wir am 12. September sicher landeten. Auch wenn unsere Hochzeitsreise früher als geplant endete, konnten wir viel von diesem tollen Land sehen. Die Fahrten durch die unterschiedlichen Landschaften werden uns ebenso in guter Erinnerung bleiben, wie die tollen und freundlichen Menschen, denen wir begegnet sind. Die Highlights waren bestimmt die faszinierende Beobachtung der Bärenfamilie, der tiefblaue Morraine Lake und der Besuch der Ahornsirup-Farm. Auch die Stadt Toronto und die Sicht auf den Ontario Lake, der unendlich wie ein Meer scheint, haben uns extrem gut gefallen.

Für uns ist klar: Montreal, die Zugreise nach New York, das tolle AirBnB gleich beim Empire State Building und das Football-Spiel – das alles werden wir bald einmal nachholen. Wir werden euch daher auch in Zukunft auf diesem Blog über unsere nächsten Reiseabenteuer auf dem Laufenden halten und hoffen, dass wir euch schon bald wieder aus Nordamerika berichten können.

 

Wir danken euch allen, die uns mit einem Zustupf an die Reise unterstützt und unseren Blog gelesen haben. Wir hoffen, es hat euch gefallen, unsere Reise mitzuverfolgen und wir freuen uns, euch bald wieder einmal persönlich zu sehen.

 

Hebed euch Sorg,

Rahel & Fabian

Von der 100 Princess Street in Winnipeg haben wir uns innerhalb von einer Woche bis zu Torontos 560 King Street «hochgearbeitet». Auch sonst machte die Stadt einen ziemlich royalen Eindruck: Queen’s Quai Terminal, Princess of Wales Theatre, Royal Ontario Museum, Kensington, Islington, King Edward Hotel… die Torontonians (oder wie die Menschen von Toronto auch immer heissen mögen) schienen auf den ersten Blick ziemlich england-orientiert und royal-family-verliebt zu sein. Da leuchteten natürlich meine Augen und der flauschige Chewbacca verwandelte sich in eine kleine Prinzessin, die es kaum erwarten konnte, das Königreich zu erkunden.

Unser Schloss bestand aus einer geräumigen Einzimmerwohnung im 5. Stock und das Highlight war ganz klar der Infinitypool 4 Stockwerke höher mit toller Aussicht auf den CN-Tower und Downtown. Beim Pool-Erlebnis schimmerte allerdings der Prinzessin flauschiger, tollpatschiger Alter-Ego durch: Obwohl auf dem Roof-Top-Areal striktes Glasverbot herrschte, musste natürlich die VOSS-Glasflasche (Ihre Durchlaucht trinkt schliesslich kein 08/15-Wasser aus der PET-Flasche) mit an den Pool. Was passierte, könnte ihr euch sicher denken. Folge: im Hause Toff herrscht ab sofort striktes Glasflaschenverbot.

Für alle, die nach dem letzten Star Wars-gefärbten Blogeintrag bereits gähnend wegklicken wollen: Keine Angst, ich erzähle euch jetzt keine «Plötzlich Prinzessin»-Geschichte (Für alle anderen kann ich schon mal vorwegnehmen: Es gibt ein Happy End 🙂 )!

Denn obwohl in Toronto die englisch geprägte Vergangenheit nicht wegzudiskutieren ist, fühlen sich seine Bewohner wohl nicht gross mit der Insel auf der anderen Seite des grossen Teichs verbunden: 60% sind ausserhalb Kanadas geboren und so erwartet uns weniger ein englischer Afternoon Tea bei Scones und Cucumber Sandwiches mit den heimischen Lords und Ladys, sondern eher ein fröhlich bunter Ball, wo sich ausgewanderte Asiaten, Italiener, Portugiesen und andere Cosmopolitans die Klinke in die Hand geben.

Los ging die Entdeckungstour in einer Grafschaft etwas ausserhalb der Stadt. Unsere GP6-Kutsche brachte uns mit seinen rund 100 Pferdestärken zu einer Maple Sirup Farm. Bauer Richard, der den Hof in der 4. Generation führt, zeigte uns in seinem «Sugar Shack», wie der Ahornsirup hergestellt wird. Anschliessend brachte er uns auf seine Ahornbaum-Ländereien, wo wir die Leitungen, welche die Ahornbäume miteinander verbindet und den Saft transportiert, bestaunen konnten. Nach einer Kostprobe dieses überaus schmackhaften und gesundheitsfördernden Elixirs, zückten wir unsere lockersitzenden kanadischen Dollar-Scheine (wo übrigens auch die Queen drauf ist) und kauften gleich eine Jahresration Ahornsirup für unseren ganzen Hofstaat.

Yummie! Frischer Ahornsirup-Lollypop

Am besten ist der Sirup natürlich zu (belgischen) Waffeln. Im Stadtteil Kensington, anders als sein nobles Londoner Pendant ein hippes, multikulturelles Viertel von Nicht-Royals, finden sich zahlreiche Restaurants mit Küchen aus aller Welt. Hier hatten wir die beste italienische Pizza und auch die leckersten belgischen Waffeln – da leuchteten sogar des Prinzen Augen, so dass wir uns im Waffels & More gleich dreimal verköstigen.

Eine Schifffahrt zu den Toronto Island durfte auf unserem Staatsbesuch natürlich auch nicht fehlen. Die Fähre brachte uns nach nur 10 Minuten Fahrt zur grünen Erholungsoase auf dem Ontario Lake – mit gediegenem Sandstrand, Colthing Optional Beach & natürlich dem obligaten Leuchtturm. Das Beste war aber die tolle Aussicht auf die Skyline von Toronto. Der CN-Tower (das Dinner dort oben war ok, aber eher Massenabfertigung) und die vielen gläsernen Hochhäuser sind sowohl von den Toronto Island aus, also auch von nahem beeindruckend.

Skyline von Toronto

Ein Gebäude interessierte Lord Toff aber nicht (nur) wegen seiner Fassade, sondern (SUITS-Fans jetzt bitte GENAU HINHÖREN!!!), weil hier einmal eine echte Prinzessin ein und aus gegangen war. Wir sahen zwar weder Meghan Markle noch Rachel; kein Harvey Specter oder Mike Ross war in Sicht, doch das Erdgeschoss mit den hohen, weissen Marmorwänden und den Glastüren waren eindeutig als der Eingangsbereich der Anwaltskanzlei «Pearson, Specter, Litt» zu erkennen. Die Serie spielt zwar in New York, die meisten Aufnahmen wurden aber in Toronto gedreht. Natürlich durfte auch ein HotDog für 2 Dollar vom Food-Wagen gleich an der Strasse nicht fehlen (der ist übrigens nicht wie in der Serie direkt vor dem Gebäude), den man sich selbst zusammenstellen kann. Kein Gourmetessen, aber wenn es Mike schmeckt, gut genug für die beiden Hoheiten aus der Schweiz.

It’s showtime! Hier wurden Teile der Serie „Suits“ gedreh

Nach 6 Tagen ging unser Staatsbesuch in Toronto zu Ende. Wir geben unseren Pferden, die uns nach Ottawa kutschieren werden, nun die Sporen und freuen uns, euch bald aus Kanadas Hauptstadt zu berichten.

 

Einmal mehr eine Fahrt über mehrere Stunden, 9 um genau zu sein. Das Gute daran: einmal hochgeschaltet und den Tempomat justiert brauchst du erst wieder am Ziel das Brems- oder Gaspedal. Nur das Lenkrad funktioniert nicht automatisch.

Während der Fahrt fühlt man sich wie Han Solo am Steuerknüppel des Millennium Falcon. Im Hyperraum zieht die Landschaft wie Sterne vorbei. Zu meiner rechten Co-Pilot Chewbacca, treuer Begleiter, Bordunterhaltung, Navigator, und zuständig für Verpflegung. Eine kurze Zwischenlandung bei Tim Hortons für Koffeinnachschub ist Pflicht.

Great Lake Panorama

Nach 9 Stunden zog ich den Schubregler zurück und bääm landeten wir etwas ausserhalb im Raumhafen Thunder Bay. Wir übernachteten bei Gord. Er führt ein kleines Diner mit seiner Familie. Dahinter errichtete er einige Cabines für Bed and Breakfast. Die Kabinen waren mit Herzblut eingerichtet. Vieles war selbst gemacht, ein Heimwerker wie er im Buche steht… in der Schweiz würde man ihn allerdings als Bastler bezeichnen. Aber es passte und wir fühlten uns wohl, für alles andere hatten wir ja unsere Blaster.

Wir ruhten uns 2 Tage aus und genossen die Hafenstadt am wunderschönen Lake Superior. «The sleeping Giant», hier eine Attraktion, ist eine Bergkette, die Ähnlichkeit mit einem auf dem Rücken liegenden Riesen hat.

„Sleeping giant“…links der Kopf, dann die Arme und nach rechts die Beine

Unsere Reise ging weiter. Zurück in den Hyperraum und mit Lichtgeschwindigkeit Richtung Sault St. Marie. Eine Nacht zur Erholung muss reichen, das Imperium schläft ja auch nicht! Wir hüpften noch kurz in den Hot-Pot und füllten danach unsere Mägen.

Der nächste Tag startete früh. Zurück im Millennium Falcon zündeten wir die Triebwerke und flogen davon in Richtung Sonnenaufgang. Die Landschaft zischte wieder an uns vorbei. Wir bestaunten die vielen Seen. Einige Abschnitte verliefen direkt an der Küste der Great Lakes. Meerfeeling kam auf währenddem wir uns der galaktischen Metropole Toronto näherten.

Die Anflugschneise nach Toronto war komplett verstopft. Mit Geduld kämpften wir uns durch, die Macht war mit uns! Hin und wieder kreuzten wir imperiale Sternenzerstörer, auch bekannt als Ford F150, F250 oder auch Dodge RAM1500, wir mussten uns in Acht nehmen.

Das Ziel war nahe und wir versuchten unseren Millennium Falcon zu parken. Doch die Stadt war komplett überfüllt. Ich dachte an Yoda und seine Worte: «Nur an grossen Aufgaben du wachsen kannst!»

Blick aus dem Millennium Falcon auf das Rogers Center (Baseball) der Toronto Blue Jays.

Mit Glück fanden wir dann einen Platz, teuer, aber für die erste Nacht akzeptabel.

Wir bezogen unser Quartier im Herzen von Toronto. Die Nacht brach herein und der Todesstern wurde immer besser sichtbar…glücklich stellten wir fest, dass es nur der Mond war.

Wir bleiben rund 5 Nächte in Toronto, auch um uns von der längeren Reise zu erholen und die Stadt unsicher zu machen.

Weitere Geschichten aus Toronto findet ihr in kürze hier!

Möge die Macht mit euch sein!

 

Nach unserem Fahr-Tag waren wir froh, im zentral gelegenen AirBnB ausschlafen zu können. Pünktlich zum Mittagessen verliessen wir unser Zuhause für 3 Nächte an der „100 Princess Street“ (kein Witz!) und liefen Richtung „The Forks“, wo es eine Markthalle mit verschiedenen Restaurants und Imbissständen hatte. Das Wetter war sonnig, allerdings ein bisschen windig. Wir liefen dem Fluss entlang, zum Parlamentsgebäude mit Park (englischer Rasen!) und in die Shopping-Strasse – wo fast alle Läden geschlossen waren. Dann wollten wir in unserem hippen „Exchange District“ noch etwas Trinken – auch hier, vieles geschlossen. 🙁

Im King’s Head wurden wir dann fündig und tranken noch etwas an der frischen Luft – oder besser gesagt bei frischem Wind. Jetzt wurde uns klar, weshalb man in dieser Stadt praktisch nirgends Restaurants mit Aussensitzplätzen fand, wie es noch in Vancouver und Calgary der Fall war. Da wir immer noch ein wenig müde waren, gingen wir zurück in unsere schöne Wohnung und planten schon mal die nächsten Tage unserer Reise.

Zum Nachtessen wählten wir das Steakhouse Wellington 529. Auf der Fahrt von Edmonton nach Winnipeg sahen wir so viele Rinder auf ihren schönen, grossen Weiden – also wenn diese Tiere nicht glücklich sind, dann wissen wir auch nicht! Das Restaurant war in einer feudalen, ehemaligen Villa mit vielen verschiedenen Räumen untergebracht & das Essen war hervorragend.

 

Für den nächsten Tag hatte Rahel im Internet ein super-passendes Frühstückslokal ausfindig gemacht: Im Tea Story gab es 130 verschiedene Teesorten und etwa 25 verschiedene Waffeln für Fabian. Dort angekommen mussten wir aber feststellen, dass das Restaurant Ferien hatte. Also kauften wir uns im Safeways unser Zmorge/Zmittag zusammen und fuhren dann nach Winnipeg Beach. Viel zu sehen gab es da nicht. Der Wind war noch stärker als in der Stadt und Restaurants oder Cafés gleich am Wasser – das kennen die Kanadier irgendwie nicht.

Morgen werden wir wieder einen Fahrtag machen in Thunder Bay für 2 Tage unsere Zelte aufschlagen.

 

PS: Das haben wir ja ganz vergessen! Der Rauch ist weg! Tschüss! Auf Nimmerwiedersehen! 🙂

Am Donnerstag hiess es bereits wieder Good-Bye Calgary. Die Stadt hat uns gefallen, sie ist recht übersichtlich und vor allem bei Nach mit dem beleuchteten Calgary Tower und den anderen Hochhäusern hat sie ihren Charme. Die Calgarians scheinen sehr gemütliche Leute zu sein, die gerne beim Business Lunch schon am Cüpli oder Longdrink schlürfen. In den Shopping Malls und auch auf der Strasse (mit Ausnahme der Mittagszeit) hatte es eher wenige Menschen und nach den vielen Menschen in den Rockies war es so sehr angenehm.

Nach dem Mittagessen fuhren wir los Richtung Edmonton. Der Rauch wurde wieder stärker und begleitete – nein: verfolgte – uns auf dem ganzen Weg zu unserem nächsten Ziel. Wir sahen wieder viel Landwirtschaftsland und einige kleine Seen entlang dem Queen Elizabeth II-Highway, aber selbst in Mountain View County (wo man, wie der Name schon sagt, eigentlich die Rockies in der Ferne hätte sehen sollen) verdeckte die Rauchwand die fernere Umgebung.

Zwischen Calgary und Edmonton: Strohballen so weit das Auge reicht.

Erst kurz bevor wir bei unserem Hotel ankamen, zeichnete sich langsam die Skyline von Edmonton ab. Auch die 3 Stunden nördlich von Calgary liegende Hauptstadt des Staates Alberta war fast vollständig in Rauch gehüllt. Als wir auf dem Weg zum Nachtessen waren, machte die Stadt auf uns dann auch einen etwas betrübten, seltsamen Eindruck. Vielleicht aufgrund des Wetters, aber auch aufgrund der Umgebung und der Leute auf der Strasse. So fühlten wir uns dann gleich wieder ein wenig „Zuhause“, als wir im bereits bekannten „Cactus Café Bar“ assen. 😉

 

Da das Wetter für die kommenden Tage Regen und starke Bewölkung anzeigte, entschieden wir uns für das Highlight in Edmonton: Die West Edmonton Mall. In Calgary haben uns zwei Kellner aus zwei unterschiedlichen Restaurants unabhängig voneinander erzählt, dass sie von Edmonton eigentlich nur das Einkaufszentrum kennen würden. Die grösste Mall Nordamerikas hat neben Einkaufsmöglichkeiten auch noch einen Wasserpark, eine Spielhalle und weitere Attraktionen (nein, eine Skihalle wie in Dubai haben sie ausnahmsweise nicht). Die Mitte des zweistöckigen Einkaufszentrums bildet ein Eisfeld, so gross, dass die Edmonton Oilers sogar darauf trainieren können, natürlich auch inkl. Spielerbank, Strafbank und Pult für den Speaker. Nach 1.5 Stunden Power-Shopping, entschieden wir uns, gleich noch das Kino auszuprobieren und schauten uns „Mission Impossible: Fallout“ an. Danach hatten wir genug von den vielen Leuten (People Watching ging ja noch – aber von „Quality“ konnte echt nicht die Rede sein!) und nahmen noch einen Gute-Nacht-Tee in unserem Hotel. Ja, auch Fabian musst einen Tee nehmen, weil sie kein San Pellegrino-Wasser hatten (Schande!), sondern nur das „Nordamerika-Chlor-Wasser mit Kohlensäure versetzt und ganz viel Eis“. Igitt!

Ein Paradies für Kids und Shopping-Quens/Kings: Die West Edmonton Mall – Das Highlight in Edmonton

Morgen werden wir einen etwas grösseren Weg auf uns nehmen, und bis nach Winnipeg fahren. Klar, wir könnten unterwegs noch 3 Kleinstädte (die sich alle irgendwie ähnlich sind und die man nach 2 Stunden gesehen hat), 2 Provincial Parks (bei denen wir nach der Reise darüber diskutieren müssten, welcher nun welcher war) und zahlreiche Museen (die uns zwar nicht wirklich interessieren) „mitnehmen“ und aus diesem Fahrtag einen 3-Tage-Trip machen. Nach 2 Wochen in 6 verschiedenen Destinationen und zahlreichen Eindrücken möchten wir aber nicht noch mehr unterschiedliche Hotels/Unterkünfte zu unserem Roadtrip hinzufügen, sondern lieber in einer Stadt etwas länger bleiben und von dort aus noch einen Tagesausflug zu einem nahegelegenen Park oder Ort machen – oder auch nicht. Denn schliesslich wollen wir ja nicht nur reisen, sondern auch ein bisschen Ferien machen. 😉

Wir freuen uns, euch bald von Ost-Kanada zu schreiben und sind natürlich auch für Empfehlungen (Kommentarfeld) für die Umgebung um Toronto, Montreal und die Great Lakes offen.

Am Tag unserer Abreise erwartete uns wunderschönes Wetter ohne auch nur ein Wölkchen am Himmel und wir waren ready, um früh morgens, 8 Uhr – offenbar nicht früh genug, wie sich später zeigen sollte – zum Morraine Lake zu fahren. Bei der Abzweigung zu besagtem See in Lake Louise war dann allerdings Schluss: Road Closed – wir müssten einen Shuttle nehmen, da der Parkplatz beim See bereits besetzt sei. Wie unsere Touristen-Freunde aus aller Welt zückten wir also je 15$ und los ging’s im knallgelben School Bus. Wir waren etwas skeptisch. Irgendwie waren wir mit den Rocky Mountains einfach noch nicht richtig warm geworden. Erst der Rauch und das Wetter, die massenhaften Touristen im Städtchen und den Heissen Quellen. Und jetzt, als das Wetter einmal schön war, lockte es alle Touristen wie Ameisen den Löchern. Wir mussten ernsthaft bezahlen, damit wir einen See anschauen konnten. Ausserdem sind die Rocky Mountains für einen Schweizer, der weiss, wie Berge und Natur aussehen, irgendwie nicht so total etwas Neues – so wie es beispielsweise für ein in Tokio geborenes Stadtkind sein muss. Es ist schön hier – ausser Frage! – aber vielleicht haben wir auch einfach einen grösseren WOW-Effekt erwartet, weil alle so davon schwärmen.

Oben angekommen, versöhnten wir uns dann aber wieder etwas mit den Gegebenheiten und genossen den Blick auf den wunderschönen, türkisblauen See mit Bergen und Gletschern im Hintergrund. Neben diesem Naturschauspiel und den Bären, die wir auf unserer Ü90-Touri-Tour gesehen hatten, waren unsere „Must-Sees“ erfüllt. Auf den geplanten Spaziergang am Lake Louise verzichteten wir – ein Shuttle am Tag reichte aus.

Morraine Lake im Banff National Park

So liessen wir die Rockies hinter uns und fuhren Richtung Calgary, wo uns eine ganze andere, flache Landschaft erwartete mit vielen Kuhweiden und unendlich scheinenden Wiesen mit Heuballen.

Nach dem Check-In liefen wir ein bisschen durch die Stadt, besuchten die Stephan Avenue mit Shops und Restaurants sowie die Devonian Gardens – ein Park mit vielen Pflanzen und einem Spielplatz im 4. Stock eines Einkaufszentrums. Da wir doch noch recht müde von der Fahrt und vom frühen Aufstehen waren, gönnten wir uns wieder ein In-Room-Dining und schauten uns einen Film an.

 

An unserem einzigen, ganzen Tag in Calgary besuchten wir den Prince’s Island Park. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – es war sogar ausgesprochen heiss. Das River Café direkt im Park und am Fluss war die perfekte Location für ein Mittagessen. Es war ziemlich voll, aber dennoch sehr gemütlich. Und diese Leute wissen echt, wie man Brot bäckt! Anschliessend drehten wir noch eine kleine Runde im Park und der Umgebung. Danach kehrten wir in die Einkaufsstrasse zurück und verköstigten uns bei Quality People Watching mit leckeren Drinks. Danach statteten wir den Hotel-Gym einen Besuch ab und erfrischten uns im Roof-Top-Hotelpool in Gesellschaft der benachbarten Hochhäuser. Pool-Time mitten in der Stadt: Das hat etwas! Das Ramada Hotel können übrigens auch sonst empfehlen.

Pool-Time inmitten von Calgary

 

Für das Nachtessen hatten wir uns einen speziellen Ort vorgenommen: Den 191m hohen Calgary Tower mit Drehrestaurant und einer tollen Aussicht über die Stadt. Das Essen war gut und wir genossen die Aussicht – welche wiederrum von dem Rauch der Waldbrände etwas getrübt wurde.

Glasboden mit Blick zum Sockel des Calgary Towers

 

Nach dem Checken jeglicher Optionen und Wetter-Webseiten entschieden wir uns, die Reise wie geplant fortzusetzen. Am Sonntag nutzen wir das rauchig-bewölkte Wetter und schliefen erstmals aus. Dann gingen wir im Städtchen Banff etwas auf Shoppingtour – neben Souvenirläden und bekannten, internationalen Outdoor-Ausrüstern gab es auch unzählige Restaurants, Cafés, sogar einen Popcorn- und einen Teeladen. Zum Zmittag assen wir im «Nourish Bistro» (gleich neben einem vielgelobten Restaurant The Bison, das fast ausschliesslich lokale Produkte verarbeitete und welches wir fürs Abendessen gewählt hatten.) Das kleine Bistrot hatte echt leckere Speisen – alles Vegetarisch und/oder Vegan (Armer Fabian) und auch viele Auszeichnungen. @ Celine: If you ever visit the Rockies, I highly recommend this little gem! 😉

Banff National Park: Bow Falls / Bow River Panorama

Der Spaziergang zu den Bow Falls sowie dem „Fenland-Trail“ durch eine Aue waren sehr schön und gemütlich. Danach war Kleiderwaschen angesagt und später dann Nachtessen im The Bison.

 

Am nächsten Tag war der Wetterbericht etwas besser und wir nahmen uns den Sulphur Mountain vor. Wir wanderten auf dem gut ausgeschrieben Weg Richtung Talstation der Gondola. Anfangs führte dieser durch Wohnquartiere (wo wir einen Hirsch beim Grasen in einem Vorgarten zusahen) und Wäldchen, danach ging‘s im Strassengraben nach oben: Links eine 60er-Strecke (auf der die meisten ohnehin 75 fuhren) und rechts einen „closed area“-Wald – nicht gerade, was man unter einem Hikingtrail erwartet. Ausserdem fuhren mehrere „free shuttles Downtown-Gondola“ an uns vorbei und die darin sitzenden Touristen müssen wohl den Kopf geschüttelt haben: Warum läuft man der Strasse entlang (Warum läuft man überhaupt!?), wenn es einen Bus hat?! – unverständlich!

Da wir uns auch zu schade für die Touristen-Gondel waren, nahmen wir den 5.5km langen, serpentinenartigen Aufstieg auf uns. Ein Wanderweg wie im Bilderbuch führte nach oben und nach 1.5 Stunden konnten wir zusammen mit vielen nicht-wandernden Touris eine tollen, wenn auch durch Rauch und Wolken etwas betrübten, Ausblick geniessen. Nach einer Aufwärmrunde im Café und ein paar mitgebrachten Sandwiches ging’s dann auch schon wieder abwärts. Auf Höhe der Talstation gab es ein Thermalbad. Wie der Name des Berges nämlich schon vermuten lässt, gibt es in den Rockies ein paar heisse Schwefelquellen. Nach dem Anblick ins Aussenbecken hatten unsere müden Beine aber gleich keine Lust mehr auf ein warmes Bad. Wäre es ein Aquarium mit Meerestieren gewesen – die Betreiber hätte man wegen Massentierhaltung lebenslänglich hinter Gitter gebracht. Wir gingen also zum Hotel zurück (dieses Mal mit dem Bus) und genossen das Bad im menschenleeren Jacuzzi. Zum Nachtessen holten wir uns Pizza und Salat aufs Zimmer.

Wandervögel unterwegs auf dem Sulphur Mountain

An unserem zweiten ganzen Tag in Jasper wollten wir früh aufstehen, um den Maligne Lake anschauen – und so den grossen Touristenströmen zu entgehen. Wobei… also zu früh muss es ja auch nicht sein. Wir haben ja schliesslich Ferien. Also um 8:30 Uhr aufstehen. Dann gemütlich frühstücken, das Auto volltanken, noch kurz etwas Wasser kaufen, rund 1 Stunde um See fahren – am Schluss waren wir um ca. 11:30 Uhr beim See 😉 Die Ausflügler verteilten sich auf den Wanderwegen, Touristenbooten und Kanus aber recht gut, so dass unsere späte Ankunft keine Auswirkungen auf das Berg- und See-Erlebnis hatte. Was jedoch die Aussicht etwas trübte, war das Nebel-Rauch-Gemisch, das immer noch etwas auf den Bergen hing und die komplett freie Sicht auf das (womöglich) wunderschöne Panorama verdeckte. Wir machten uns trotzdem auf eine kurze Wanderung zum Moose Lake, wo wir – wie der Name schon sagt – hofften, auf einen Elch zu stossen. Die Ranger (womöglich Buddys unserer TourguidIn Annabell vom Vortag :-P) sagten uns jedoch, dass Elche nicht so sehr an den Waldrand kämen, da sie – anders als Bären und Hirsche – kein Gras, sondern grössere Pflanzen essen würden, die es im Wald drin hat.

Da zeigte sich kurz die Sonne und der Rauch verschwand etwas: Panorama Maligne Lake

Um noch etwas mehr vom See und den Bergen zu sehen, wollten wir nochmals eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt und einem weiteren See machen. Der Weg ging stetig bergauf, doch der See wollte einfach nicht kommen. Nach etwa einer Stunde standen wir vor einer Weggabelung. Die beiden Wanderer, welche uns da gerade entgegenkamen, berichteten, dass es auf dem steilen (seeeehr steilen) Weg noch rund 30 Minuten bis zum Lookout ging. Während frau sich bereits leicht ausser Atem abstützen musste, funkelten manns Augen – der «wir machen heute nur eine leichte Wanderung»-Fabian verwandelte sich in die fulminante Wander-Rakete, das wunde Knie bekam Flügel und es gab nur noch eine Richtung: Aufwärts! Frau liess sich da natürlich nicht «lumpen», und zog mit. Oben angekommen wurden wir mit einer schönen, wenn auch durch den Rauch getrübten Aussicht über den Maligne Lake und die Berge belohnt.

Sicht auf den Maligne Lake und die Berge vom Lookout aus

Am folgenden Tag mussten wir Jasper bereits verlassen. Nach dem Packen besuchte Rahel eine Yoga-Stunde. Aus dem versprochenen «Lakeside Yoga» wurde leider nichts – der Smoke Index zeige heute 10 an (die höchste Stufe) und da sei physische Aktivität im Freien einfach ungesund, so die Yoga-Lehrerin (Fabian drehte derweilen 3 Runden um den See). Dies sei bereits das dritte Jahr, dass der Rauch von den Wildfeuern aus British Columbia zu ihnen überschwappe. Letztes Jahr hätte dieser Zustand 10 Wochen gedauert, dieses Jahr würde der Rauch bereits seit 4 Wochen über den Rockies hängen. Sie hätten grundsätzlich keine Feuer in Alberta. Auf unseren Ausflügen sahen wir aber immer wieder grosse Flächen, wo nur noch verkohlte Stämme von Bäumen standen, und wo es vor ein wenigen Jahren wohl auch gebrannt haben muss. Ausser den vielen Nadelbäumen im ganzen Park, gleicht die Vegetation derjenigen in der Schweiz sehr: Hahnenfuss, Rotklee und Buschwindröschen etc. (an dieser Stelle einen Gruss an meine Kanti-Kollegen, die auch das berühmte Herbarium machen mussten – bei mir ist also durchaus etwas hängengeblieben).

Medecine Lake mit einer grossen Fläche voll abgebrannter Nadelbäume im Hintergrund

Nach dem Check-Out fuhren wir Richtung Banff, unserem nächsten Zwischenstopp. Der Icefields Parkway verbindet die beiden Parks und hat ganz viele Stopps mit Aussichtspunkten. Wir hielten an den Athabasca Falls und beim Athabasca Glacier, wo man direkt an den Gletscher laufen kann. Leider konnten wir nicht wirklich etwas sehen, da der Rauch so dicht war und die 230 km-Strecke sah irgendwie immer gleich aus. Das machte uns etwas Sorgen. Schliesslich hatten wir die nächsten 3 Nächte in Banff bereits vorgebucht. Als wir in der Kleinstadt ankamen, wurden wir durch die vielen Touristen nochmals etwas abgeschreckt. Unser Hotel hat uns dann aber angenehm überrascht und wir stillten unseren Hunger erstmal mit einer Pizza – für Nordamerikanische Verhältnisse war sie sogar echt gut. Nun werden wir einmal das Wetter und den Smoke Index für die nächsten Tage checken und unserer Reise weiterplanen.

Auch die Sonne konnte den Rauch nicht vertreiben

Nach einer rund 4 stündigen Autofahrt kamen wir wohlbehalten im Jasper National Park an. Unser Ford-«Göpel» schaffte auch diese Strecke ohne grosse Probleme. Unglaublich, der 1.0 Liter Turbomotor hält noch. Noch. Leistung gleich Null, aber säuft wie ein Grosser. Habe da gewisse Bedenken, wenn ich vorausschaue und sehe, welche Strecke wir noch zu bewältigen haben. Anyway…wir kamen also gut an und bezogen unser neues Zuhause für die nächsten 3 Nächte, die Fairmont Jasper Park Lodge. Den Rest vom Tag kundschafteten wir noch etwas die Lodge und die Umgebung aus, assen zu Abend und schliefen danach ein wie Babys.

 

Das Aufstehen gestaltet sich jeweils schwieriger. Noch verschlafen und müde machten wir uns auf den Weg Richtung Frühstücksbuffet. Die Auswahl der Verköstigung war ausgezeichnet, mein Espresso resp. der Tee für Rahel erledigte den Rest, um die letzte Müdigkeit zu vertreiben. Erster Fixpunkt für heute war um 17:30 Uhr eine Wildlife Tour. Die Zeit bis dahin verbrachte ich mit einer Runde Jogging (fürs guete Gwüsse nachem Buffet), Rahel startete im Fitnessraum durch, Yoga und so. Danach trafen wir uns am Pool und planschten noch ein bisschen rum und genossen einige Sonnenstrahlen. Zurück in unserer Lodge machten wir uns bereit für die Wildlife Tour. Wanderschuhe, Wanderkleider, Kamera, Pullover, Wasser, beinahe alles um im Notfall auch einige Tage in der Wildnis zu überleben. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartete.

Um 17.45 Uhr wurden wir von unserer TourguideIn mit einem Bus inkl. Fahrer abgeholt. Ich schätzte ihr Alter auf etwa 18 Jahre, obwohl sie auch 16 oder 28 hätte sein können…es war schwierig. Auf jeden Fall war sie jung, was man vom Rest der Tourteilnehmern nicht behaupten konnte. Ich fühlte mich wie auf einem Altersausflug: Niemand war jünger als 65 Jahre, natürlich geschätzt und nicht nachgeprüft (wie gesagt, mit dem schätzen habe ich so meine Mühe).

Das Altersmobil düste also los. Bereits nach wenigen Minuten stoppten wir und trafen auf junge Wapiti-Hirsche. Nach einer Fotosession aus dem Ü90-Bus ging’s weiter. Beim nächsten Halt schossen wir eine Wapiti-Hirschkuh – natürlich nur mit der Kamera. Das alles trafen wir auf der Hauptstrasse durch den Park an. Erstaunlich, wie nahe sich die Wildtiere der Strasse nähern. Selbst der Schwerverkehr störte sie nicht. Weiter ging’s im Seniorentempel auf der Hauptstrasse Richtung Himmel…äh Norden.

Dann das Highlight: Eine Grizzlybären-Famile, ebenfalls direkt neben der Strasse. Wahnsinn! Mamabär und ihre 2 Kleinen waren auf der Suche nach Futter und durften unsere Anwesenheit für rund 20 Minuten geniessen. Wir knipsten unzählige Fotos und unsere rüstigen Mitfahrer waren nahe am Herzinfarkt. Das seltene Spektakel wurde zusätzlich von unzähligen Autofahrern beobachtet und auf Kameras festgehalten, was ein grosses Verkehrschaos auf der Strasse verursachte.

Mamabär und ihre 2 Kleinen

Mamabär und die 2 Kleinen wurden dann von einem Wildhüter mit einem Paintballgewehr vertrieben. Die Nähe zur Strasse sei nicht gut und teilweise auch gefährlich für die Bären, sagte er uns.

Unser Rollator setzte den Weg fort. Etwas weiter trafen wir auch noch einen Wapiti-Hirsch zwischen Strasse und Bahngleis. Sein Geweih war beeindruckend gross. Ein sehr elegantes Tier. So stolzierte er auch direkt vor uns über die Strasse und verschwand auf der anderen Seite.

Wapiti-Hirsch

Wir haben also beinahe alle grossen Tiere, die es in diesem Park gibt, auf einem Abschnitt von rund 30 Kilometern direkt an der grössten Strasse im Park gesehen. Dass hätten wir so nicht erwartet. Eines unserer Ziele wurde also erfüllt: Ein Bär in freier Wildfbahn zu sehen. Dass es dann gleich eine ganze Bärenfamilie geworden ist, war unglaublich.

Zurück in unsere Lodge bestellten wir uns etwas Kleines zu Essen und liessen den Abend ausklingen. Morgen sind wir auch wieder alleine und ohne Rentner unterwegs. Wir werden noch einige schöne Punkte des Parks anfahren und anlaufen. Vielleicht treffen wir noch einmal auf ein Paar dieser beeindruckenden Tiere. Zuerst geht’s morgen früh aber ans Frühstücksbuffet. I dem Sinn, guet Nacht zämme!

Shaun the Sheep

 

 

 

An unserem zweiten Tag in Vancouver suchten wir erst einmal ein Café zum Frühstücken, da wir Jetlag-bedingt früh wach waren und kaum geschlafen hatten. Danach machten wir uns auf an die Waterfront. Zuerst war eine Velofahrt rund um den Stanley Park geplant. Diesen hatten wir bei unseren vorherigen Aufenthalten nämlich noch nie besucht. Wir entschieden dann aber, dass wir die 9km lange Strecke zu Fuss machen wollten. Dabei sahen wir Wasserflugzeuge bei Start und Landung, etwas un-authentische Totempfähle, zu klein geratene Leuchttürme, eine Highwaybrücke (die war mit ihren markanten Brückenpfeilern echt beeindruckend) und ein paar Frachter; wir analysierten die Laufstile der vielen Jogger und lachten über die vielen Asiaten, bei denen es aussah, als seien sie zum ersten Mal auf Velos und Tandems unterwegs – auch aus diesem Grund waren wir froh, dass wir uns für den Gehweg entschieden hatten. 🙂

 

Am Tag 3 unserer Reise holten wir unser Mietauto, einen Ford EcoBoost, ab und verliessen Vancouver Richtung Norden. Wir entschieden nach Nachfrage bei Gabriel und Nicole, die uns auf ihrer Kanada-Reise immer ein paar Tage voraus sind ;-), über Whistler Mountain zu unserem nächsten Ziel – dem Wells Gray Provincial Park – zu fahren. Whistler Blackcomb ist DAS Skigebiet in Kanada. Im Sommer sind allerdings Downhill Mountainbiker vorherrschend. Profis und Hobbysportler, vom Kind, das gerade gelernt hat zu laufen, bis zum rüstigen Opa; mit Mountainbike, Brust- und Rückenpanzer, Helm und bunten Trikots – hier sieht man alles. Und da sind natürlich auch noch die vielen Touristen, die sich Whistler Village als eine Art «Europa Park» ohne Bahnen (abgesehen von den Gondeln und Sesselbahnen) anschauen und in Flipflops oder Adiletten herumlaufen. Quality People Watching ist garantiert 😉

Weiter auf unserer Route versprach ein «Scenic Drive» tolle Sicht auf die hohen Berge und Gletscher. Leider wurde uns das vergönnt. Es war bereits in Whistler bewölkt und irgendwie «milchig», so dass man von der Bergwelt schlicht und einfach nichts sah. Im Radio hörten wir, dass es immer wieder kleinere Waldbrände gab, was die schlechte Sicht natürlich noch verstärkte. Hinzu kam noch, dass es auf unserer geplanten Route einen Murgang gegeben hatte, weshalb wir einen Umweg von ca. 1 Stunde machen mussten. Nach ungefähr 6 Stunden Fahrt kamen wir dann doch noch in Clearwater im Wells Grey Inn an. Dort erhielten wir für die erste Nacht ein Upgrade, was natürlich Balsam für unsere Seelen war. Die Suite war echt geräumig und das Bad mit Regenwalddusche und freistehender Badewanne erwartet man in einem einfachen 2-Sterne-Hotel eigentlich nicht.

Panorama des Clearwater Lakes

Heute nun wollten wir uns den Wells Grey Provincial Park anschauen. Das Wetter war leider nicht wirklich besser, trotzdem schmissen wir uns in unsere Wanderausrüstung und fuhren in den Park. Zuerst besichtigten wir die Spahats Falls. Ein schmaler, rund 1km langer Wanderweg führte dahin. Wir sind ja grundsätzlich geübte Wanderer. Doch der Gedanke daran, dass es da draussen irgendwo Bären gibt, ist irgendwie schon ein wenig beängstigend. Auch wenn es hier im Park keine riesige Tafeln oder Plakate vor den Bären warnen, hat es doch überall bären-sichere Abfalleimer und WCs, Infotafeln mit dem Aufruf, dass man FALLS man einen Bären sieht, doch bitte mindestens 3 Schulbusse Abstand halten sowie nur kurz schauen und dann weitergehen soll, «um den Bären in seiner natürlichen Umgebung nicht zu stören». Das Wetter wurde allerdings nicht besser, so dass wir auf einer zweiten, 8km langen Wanderung zwar keinen Bären, aber auch den erwünschten Helmcken Fall nicht sahen – dafür umso mehr Moskitos, die uns ans Blut wollten. Zum Schluss fuhren wir bis zum Ende der befestigten Strasse, an den Clearwater Lake, der trotz dem bewölkten Wetter sehr idyllisch war. Danach ging es wieder Richtung Clearwater. Unterwegs hielten wir dann noch am offiziellen Aussichtspunkt des Helmcken Falls und wurden mit einer wunderschönen, klaren Aussicht belohnt.

Helmcken Falls: 143m hoch – also höher als die Niagara Fälle

Morgen werden wir in den Jasper National Park fahren und hoffen, dass wir dort besseres Wetter, und auf der geführten Wild Life Watching Tour auch den einen oder andere Bären antreffen.