15.+16.08: Jasper National Park

Nach einer rund 4 stündigen Autofahrt kamen wir wohlbehalten im Jasper National Park an. Unser Ford-«Göpel» schaffte auch diese Strecke ohne grosse Probleme. Unglaublich, der 1.0 Liter Turbomotor hält noch. Noch. Leistung gleich Null, aber säuft wie ein Grosser. Habe da gewisse Bedenken, wenn ich vorausschaue und sehe, welche Strecke wir noch zu bewältigen haben. Anyway…wir kamen also gut an und bezogen unser neues Zuhause für die nächsten 3 Nächte, die Fairmont Jasper Park Lodge. Den Rest vom Tag kundschafteten wir noch etwas die Lodge und die Umgebung aus, assen zu Abend und schliefen danach ein wie Babys.

 

Das Aufstehen gestaltet sich jeweils schwieriger. Noch verschlafen und müde machten wir uns auf den Weg Richtung Frühstücksbuffet. Die Auswahl der Verköstigung war ausgezeichnet, mein Espresso resp. der Tee für Rahel erledigte den Rest, um die letzte Müdigkeit zu vertreiben. Erster Fixpunkt für heute war um 17:30 Uhr eine Wildlife Tour. Die Zeit bis dahin verbrachte ich mit einer Runde Jogging (fürs guete Gwüsse nachem Buffet), Rahel startete im Fitnessraum durch, Yoga und so. Danach trafen wir uns am Pool und planschten noch ein bisschen rum und genossen einige Sonnenstrahlen. Zurück in unserer Lodge machten wir uns bereit für die Wildlife Tour. Wanderschuhe, Wanderkleider, Kamera, Pullover, Wasser, beinahe alles um im Notfall auch einige Tage in der Wildnis zu überleben. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartete.

Um 17.45 Uhr wurden wir von unserer TourguideIn mit einem Bus inkl. Fahrer abgeholt. Ich schätzte ihr Alter auf etwa 18 Jahre, obwohl sie auch 16 oder 28 hätte sein können…es war schwierig. Auf jeden Fall war sie jung, was man vom Rest der Tourteilnehmern nicht behaupten konnte. Ich fühlte mich wie auf einem Altersausflug: Niemand war jünger als 65 Jahre, natürlich geschätzt und nicht nachgeprüft (wie gesagt, mit dem schätzen habe ich so meine Mühe).

Das Altersmobil düste also los. Bereits nach wenigen Minuten stoppten wir und trafen auf junge Wapiti-Hirsche. Nach einer Fotosession aus dem Ü90-Bus ging’s weiter. Beim nächsten Halt schossen wir eine Wapiti-Hirschkuh – natürlich nur mit der Kamera. Das alles trafen wir auf der Hauptstrasse durch den Park an. Erstaunlich, wie nahe sich die Wildtiere der Strasse nähern. Selbst der Schwerverkehr störte sie nicht. Weiter ging’s im Seniorentempel auf der Hauptstrasse Richtung Himmel…äh Norden.

Dann das Highlight: Eine Grizzlybären-Famile, ebenfalls direkt neben der Strasse. Wahnsinn! Mamabär und ihre 2 Kleinen waren auf der Suche nach Futter und durften unsere Anwesenheit für rund 20 Minuten geniessen. Wir knipsten unzählige Fotos und unsere rüstigen Mitfahrer waren nahe am Herzinfarkt. Das seltene Spektakel wurde zusätzlich von unzähligen Autofahrern beobachtet und auf Kameras festgehalten, was ein grosses Verkehrschaos auf der Strasse verursachte.

Mamabär und ihre 2 Kleinen

Mamabär und die 2 Kleinen wurden dann von einem Wildhüter mit einem Paintballgewehr vertrieben. Die Nähe zur Strasse sei nicht gut und teilweise auch gefährlich für die Bären, sagte er uns.

Unser Rollator setzte den Weg fort. Etwas weiter trafen wir auch noch einen Wapiti-Hirsch zwischen Strasse und Bahngleis. Sein Geweih war beeindruckend gross. Ein sehr elegantes Tier. So stolzierte er auch direkt vor uns über die Strasse und verschwand auf der anderen Seite.

Wapiti-Hirsch

Wir haben also beinahe alle grossen Tiere, die es in diesem Park gibt, auf einem Abschnitt von rund 30 Kilometern direkt an der grössten Strasse im Park gesehen. Dass hätten wir so nicht erwartet. Eines unserer Ziele wurde also erfüllt: Ein Bär in freier Wildfbahn zu sehen. Dass es dann gleich eine ganze Bärenfamilie geworden ist, war unglaublich.

Zurück in unsere Lodge bestellten wir uns etwas Kleines zu Essen und liessen den Abend ausklingen. Morgen sind wir auch wieder alleine und ohne Rentner unterwegs. Wir werden noch einige schöne Punkte des Parks anfahren und anlaufen. Vielleicht treffen wir noch einmal auf ein Paar dieser beeindruckenden Tiere. Zuerst geht’s morgen früh aber ans Frühstücksbuffet. I dem Sinn, guet Nacht zämme!

Shaun the Sheep

 

 

 

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