17. + 18.08: Smoke on the Rockies
An unserem zweiten ganzen Tag in Jasper wollten wir früh aufstehen, um den Maligne Lake anschauen – und so den grossen Touristenströmen zu entgehen. Wobei… also zu früh muss es ja auch nicht sein. Wir haben ja schliesslich Ferien. Also um 8:30 Uhr aufstehen. Dann gemütlich frühstücken, das Auto volltanken, noch kurz etwas Wasser kaufen, rund 1 Stunde um See fahren – am Schluss waren wir um ca. 11:30 Uhr beim See 😉 Die Ausflügler verteilten sich auf den Wanderwegen, Touristenbooten und Kanus aber recht gut, so dass unsere späte Ankunft keine Auswirkungen auf das Berg- und See-Erlebnis hatte. Was jedoch die Aussicht etwas trübte, war das Nebel-Rauch-Gemisch, das immer noch etwas auf den Bergen hing und die komplett freie Sicht auf das (womöglich) wunderschöne Panorama verdeckte. Wir machten uns trotzdem auf eine kurze Wanderung zum Moose Lake, wo wir – wie der Name schon sagt – hofften, auf einen Elch zu stossen. Die Ranger (womöglich Buddys unserer TourguidIn Annabell vom Vortag :-P) sagten uns jedoch, dass Elche nicht so sehr an den Waldrand kämen, da sie – anders als Bären und Hirsche – kein Gras, sondern grössere Pflanzen essen würden, die es im Wald drin hat.

Da zeigte sich kurz die Sonne und der Rauch verschwand etwas: Panorama Maligne Lake
Um noch etwas mehr vom See und den Bergen zu sehen, wollten wir nochmals eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt und einem weiteren See machen. Der Weg ging stetig bergauf, doch der See wollte einfach nicht kommen. Nach etwa einer Stunde standen wir vor einer Weggabelung. Die beiden Wanderer, welche uns da gerade entgegenkamen, berichteten, dass es auf dem steilen (seeeehr steilen) Weg noch rund 30 Minuten bis zum Lookout ging. Während frau sich bereits leicht ausser Atem abstützen musste, funkelten manns Augen – der «wir machen heute nur eine leichte Wanderung»-Fabian verwandelte sich in die fulminante Wander-Rakete, das wunde Knie bekam Flügel und es gab nur noch eine Richtung: Aufwärts! Frau liess sich da natürlich nicht «lumpen», und zog mit. Oben angekommen wurden wir mit einer schönen, wenn auch durch den Rauch getrübten Aussicht über den Maligne Lake und die Berge belohnt.

Sicht auf den Maligne Lake und die Berge vom Lookout aus
Am folgenden Tag mussten wir Jasper bereits verlassen. Nach dem Packen besuchte Rahel eine Yoga-Stunde. Aus dem versprochenen «Lakeside Yoga» wurde leider nichts – der Smoke Index zeige heute 10 an (die höchste Stufe) und da sei physische Aktivität im Freien einfach ungesund, so die Yoga-Lehrerin (Fabian drehte derweilen 3 Runden um den See). Dies sei bereits das dritte Jahr, dass der Rauch von den Wildfeuern aus British Columbia zu ihnen überschwappe. Letztes Jahr hätte dieser Zustand 10 Wochen gedauert, dieses Jahr würde der Rauch bereits seit 4 Wochen über den Rockies hängen. Sie hätten grundsätzlich keine Feuer in Alberta. Auf unseren Ausflügen sahen wir aber immer wieder grosse Flächen, wo nur noch verkohlte Stämme von Bäumen standen, und wo es vor ein wenigen Jahren wohl auch gebrannt haben muss. Ausser den vielen Nadelbäumen im ganzen Park, gleicht die Vegetation derjenigen in der Schweiz sehr: Hahnenfuss, Rotklee und Buschwindröschen etc. (an dieser Stelle einen Gruss an meine Kanti-Kollegen, die auch das berühmte Herbarium machen mussten – bei mir ist also durchaus etwas hängengeblieben).

Medecine Lake mit einer grossen Fläche voll abgebrannter Nadelbäume im Hintergrund
Nach dem Check-Out fuhren wir Richtung Banff, unserem nächsten Zwischenstopp. Der Icefields Parkway verbindet die beiden Parks und hat ganz viele Stopps mit Aussichtspunkten. Wir hielten an den Athabasca Falls und beim Athabasca Glacier, wo man direkt an den Gletscher laufen kann. Leider konnten wir nicht wirklich etwas sehen, da der Rauch so dicht war und die 230 km-Strecke sah irgendwie immer gleich aus. Das machte uns etwas Sorgen. Schliesslich hatten wir die nächsten 3 Nächte in Banff bereits vorgebucht. Als wir in der Kleinstadt ankamen, wurden wir durch die vielen Touristen nochmals etwas abgeschreckt. Unser Hotel hat uns dann aber angenehm überrascht und wir stillten unseren Hunger erstmal mit einer Pizza – für Nordamerikanische Verhältnisse war sie sogar echt gut. Nun werden wir einmal das Wetter und den Smoke Index für die nächsten Tage checken und unserer Reise weiterplanen.

Auch die Sonne konnte den Rauch nicht vertreiben




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