31.08.-06.09.: Toronto
Von der 100 Princess Street in Winnipeg haben wir uns innerhalb von einer Woche bis zu Torontos 560 King Street «hochgearbeitet». Auch sonst machte die Stadt einen ziemlich royalen Eindruck: Queen’s Quai Terminal, Princess of Wales Theatre, Royal Ontario Museum, Kensington, Islington, King Edward Hotel… die Torontonians (oder wie die Menschen von Toronto auch immer heissen mögen) schienen auf den ersten Blick ziemlich england-orientiert und royal-family-verliebt zu sein. Da leuchteten natürlich meine Augen und der flauschige Chewbacca verwandelte sich in eine kleine Prinzessin, die es kaum erwarten konnte, das Königreich zu erkunden.
Unser Schloss bestand aus einer geräumigen Einzimmerwohnung im 5. Stock und das Highlight war ganz klar der Infinitypool 4 Stockwerke höher mit toller Aussicht auf den CN-Tower und Downtown. Beim Pool-Erlebnis schimmerte allerdings der Prinzessin flauschiger, tollpatschiger Alter-Ego durch: Obwohl auf dem Roof-Top-Areal striktes Glasverbot herrschte, musste natürlich die VOSS-Glasflasche (Ihre Durchlaucht trinkt schliesslich kein 08/15-Wasser aus der PET-Flasche) mit an den Pool. Was passierte, könnte ihr euch sicher denken. Folge: im Hause Toff herrscht ab sofort striktes Glasflaschenverbot.
Für alle, die nach dem letzten Star Wars-gefärbten Blogeintrag bereits gähnend wegklicken wollen: Keine Angst, ich erzähle euch jetzt keine «Plötzlich Prinzessin»-Geschichte (Für alle anderen kann ich schon mal vorwegnehmen: Es gibt ein Happy End 🙂 )!
Denn obwohl in Toronto die englisch geprägte Vergangenheit nicht wegzudiskutieren ist, fühlen sich seine Bewohner wohl nicht gross mit der Insel auf der anderen Seite des grossen Teichs verbunden: 60% sind ausserhalb Kanadas geboren und so erwartet uns weniger ein englischer Afternoon Tea bei Scones und Cucumber Sandwiches mit den heimischen Lords und Ladys, sondern eher ein fröhlich bunter Ball, wo sich ausgewanderte Asiaten, Italiener, Portugiesen und andere Cosmopolitans die Klinke in die Hand geben.
Los ging die Entdeckungstour in einer Grafschaft etwas ausserhalb der Stadt. Unsere GP6-Kutsche brachte uns mit seinen rund 100 Pferdestärken zu einer Maple Sirup Farm. Bauer Richard, der den Hof in der 4. Generation führt, zeigte uns in seinem «Sugar Shack», wie der Ahornsirup hergestellt wird. Anschliessend brachte er uns auf seine Ahornbaum-Ländereien, wo wir die Leitungen, welche die Ahornbäume miteinander verbindet und den Saft transportiert, bestaunen konnten. Nach einer Kostprobe dieses überaus schmackhaften und gesundheitsfördernden Elixirs, zückten wir unsere lockersitzenden kanadischen Dollar-Scheine (wo übrigens auch die Queen drauf ist) und kauften gleich eine Jahresration Ahornsirup für unseren ganzen Hofstaat.

Yummie! Frischer Ahornsirup-Lollypop
Am besten ist der Sirup natürlich zu (belgischen) Waffeln. Im Stadtteil Kensington, anders als sein nobles Londoner Pendant ein hippes, multikulturelles Viertel von Nicht-Royals, finden sich zahlreiche Restaurants mit Küchen aus aller Welt. Hier hatten wir die beste italienische Pizza und auch die leckersten belgischen Waffeln – da leuchteten sogar des Prinzen Augen, so dass wir uns im Waffels & More gleich dreimal verköstigen.
Eine Schifffahrt zu den Toronto Island durfte auf unserem Staatsbesuch natürlich auch nicht fehlen. Die Fähre brachte uns nach nur 10 Minuten Fahrt zur grünen Erholungsoase auf dem Ontario Lake – mit gediegenem Sandstrand, Colthing Optional Beach & natürlich dem obligaten Leuchtturm. Das Beste war aber die tolle Aussicht auf die Skyline von Toronto. Der CN-Tower (das Dinner dort oben war ok, aber eher Massenabfertigung) und die vielen gläsernen Hochhäuser sind sowohl von den Toronto Island aus, also auch von nahem beeindruckend.

Skyline von Toronto
Ein Gebäude interessierte Lord Toff aber nicht (nur) wegen seiner Fassade, sondern (SUITS-Fans jetzt bitte GENAU HINHÖREN!!!), weil hier einmal eine echte Prinzessin ein und aus gegangen war. Wir sahen zwar weder Meghan Markle noch Rachel; kein Harvey Specter oder Mike Ross war in Sicht, doch das Erdgeschoss mit den hohen, weissen Marmorwänden und den Glastüren waren eindeutig als der Eingangsbereich der Anwaltskanzlei «Pearson, Specter, Litt» zu erkennen. Die Serie spielt zwar in New York, die meisten Aufnahmen wurden aber in Toronto gedreht. Natürlich durfte auch ein HotDog für 2 Dollar vom Food-Wagen gleich an der Strasse nicht fehlen (der ist übrigens nicht wie in der Serie direkt vor dem Gebäude), den man sich selbst zusammenstellen kann. Kein Gourmetessen, aber wenn es Mike schmeckt, gut genug für die beiden Hoheiten aus der Schweiz.

It’s showtime! Hier wurden Teile der Serie „Suits“ gedreh
Nach 6 Tagen ging unser Staatsbesuch in Toronto zu Ende. Wir geben unseren Pferden, die uns nach Ottawa kutschieren werden, nun die Sporen und freuen uns, euch bald aus Kanadas Hauptstadt zu berichten.




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