14.08.2018: Vancouver & Wells Grey Provincial Park

An unserem zweiten Tag in Vancouver suchten wir erst einmal ein Café zum Frühstücken, da wir Jetlag-bedingt früh wach waren und kaum geschlafen hatten. Danach machten wir uns auf an die Waterfront. Zuerst war eine Velofahrt rund um den Stanley Park geplant. Diesen hatten wir bei unseren vorherigen Aufenthalten nämlich noch nie besucht. Wir entschieden dann aber, dass wir die 9km lange Strecke zu Fuss machen wollten. Dabei sahen wir Wasserflugzeuge bei Start und Landung, etwas un-authentische Totempfähle, zu klein geratene Leuchttürme, eine Highwaybrücke (die war mit ihren markanten Brückenpfeilern echt beeindruckend) und ein paar Frachter; wir analysierten die Laufstile der vielen Jogger und lachten über die vielen Asiaten, bei denen es aussah, als seien sie zum ersten Mal auf Velos und Tandems unterwegs – auch aus diesem Grund waren wir froh, dass wir uns für den Gehweg entschieden hatten. 🙂

 

Am Tag 3 unserer Reise holten wir unser Mietauto, einen Ford EcoBoost, ab und verliessen Vancouver Richtung Norden. Wir entschieden nach Nachfrage bei Gabriel und Nicole, die uns auf ihrer Kanada-Reise immer ein paar Tage voraus sind ;-), über Whistler Mountain zu unserem nächsten Ziel – dem Wells Gray Provincial Park – zu fahren. Whistler Blackcomb ist DAS Skigebiet in Kanada. Im Sommer sind allerdings Downhill Mountainbiker vorherrschend. Profis und Hobbysportler, vom Kind, das gerade gelernt hat zu laufen, bis zum rüstigen Opa; mit Mountainbike, Brust- und Rückenpanzer, Helm und bunten Trikots – hier sieht man alles. Und da sind natürlich auch noch die vielen Touristen, die sich Whistler Village als eine Art «Europa Park» ohne Bahnen (abgesehen von den Gondeln und Sesselbahnen) anschauen und in Flipflops oder Adiletten herumlaufen. Quality People Watching ist garantiert 😉

Weiter auf unserer Route versprach ein «Scenic Drive» tolle Sicht auf die hohen Berge und Gletscher. Leider wurde uns das vergönnt. Es war bereits in Whistler bewölkt und irgendwie «milchig», so dass man von der Bergwelt schlicht und einfach nichts sah. Im Radio hörten wir, dass es immer wieder kleinere Waldbrände gab, was die schlechte Sicht natürlich noch verstärkte. Hinzu kam noch, dass es auf unserer geplanten Route einen Murgang gegeben hatte, weshalb wir einen Umweg von ca. 1 Stunde machen mussten. Nach ungefähr 6 Stunden Fahrt kamen wir dann doch noch in Clearwater im Wells Grey Inn an. Dort erhielten wir für die erste Nacht ein Upgrade, was natürlich Balsam für unsere Seelen war. Die Suite war echt geräumig und das Bad mit Regenwalddusche und freistehender Badewanne erwartet man in einem einfachen 2-Sterne-Hotel eigentlich nicht.

Panorama des Clearwater Lakes

Heute nun wollten wir uns den Wells Grey Provincial Park anschauen. Das Wetter war leider nicht wirklich besser, trotzdem schmissen wir uns in unsere Wanderausrüstung und fuhren in den Park. Zuerst besichtigten wir die Spahats Falls. Ein schmaler, rund 1km langer Wanderweg führte dahin. Wir sind ja grundsätzlich geübte Wanderer. Doch der Gedanke daran, dass es da draussen irgendwo Bären gibt, ist irgendwie schon ein wenig beängstigend. Auch wenn es hier im Park keine riesige Tafeln oder Plakate vor den Bären warnen, hat es doch überall bären-sichere Abfalleimer und WCs, Infotafeln mit dem Aufruf, dass man FALLS man einen Bären sieht, doch bitte mindestens 3 Schulbusse Abstand halten sowie nur kurz schauen und dann weitergehen soll, «um den Bären in seiner natürlichen Umgebung nicht zu stören». Das Wetter wurde allerdings nicht besser, so dass wir auf einer zweiten, 8km langen Wanderung zwar keinen Bären, aber auch den erwünschten Helmcken Fall nicht sahen – dafür umso mehr Moskitos, die uns ans Blut wollten. Zum Schluss fuhren wir bis zum Ende der befestigten Strasse, an den Clearwater Lake, der trotz dem bewölkten Wetter sehr idyllisch war. Danach ging es wieder Richtung Clearwater. Unterwegs hielten wir dann noch am offiziellen Aussichtspunkt des Helmcken Falls und wurden mit einer wunderschönen, klaren Aussicht belohnt.

Helmcken Falls: 143m hoch – also höher als die Niagara Fälle

Morgen werden wir in den Jasper National Park fahren und hoffen, dass wir dort besseres Wetter, und auf der geführten Wild Life Watching Tour auch den einen oder andere Bären antreffen.

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